Gründung

  • 1859 fortschrittlich gesinnte Menschen trafen sich im Milchgarten der Sackgasse 2 (heutige Bünaustr.)
  • der Schlosser Vetter unterstützte die im damaligen Dorf Eutritzsch aufkommende Turnerbewegung in dem er ein Reck und einen Barren auf seinem Hof aufstellen lies, ein auf dem gleichen Grundstück wohnender Mann stiftet ein Sprungbrett und einen Ständer
  • Anfangs tummelten sich nur Kinder u. Jugendliche an den Geräten, nach und nach gesellten sich auch Männer hinzu
  • im benachbarten Dorf Gohlis und anderen Dörfern Leipzigs bestanden bereits Turnvereine
  • auch in Eutritzsch waren Bestrebungen zur Gründung eines Sportvereines vorhanden
  • mit einem Schreiben vom 29.07.1860 an den Gemeinderat baten Männer im Alter zwischen21-32 Jahren um die Genehmigung zur Gründung eines Turnvereines und um einen entsprechenden Platz zur Ausübung
  • nach einem Schreiben vom 26.09.1860 an das Königlich Wohllöbliche Gericht mit der Beifügung der ausgearbeiteten Statuten stand einer Gründung des Turnvereines nichts mehr im Wege
  • unter der Initiative von Albert Below der als Begründer des Vereines gilt, fanden sich am 06.November 1860 eine Anzahl junger Männer zu einer Vorbesprechung zusammen.
  • am 10. Nov. 1860 fand in dem Lokal Kümmelapotheke die Gründerversammlung statt
  • 1. Vorsitzender Friedrich Reichel, Kassierer Albert Below, Schriftführer Carl Schönert
  • dem Verein gehörten damals 22 Mitglieder an
  • Männer ab 21 Lj. Schüler oder Lehrlinge mit Genehmigung des Lehrers oder Leibherren durften Mitglied werden
  • der Turnverein bekam bis auf Wiederruf einen Platz in der Nähe der alten Windmühle zugewiesen (Delitzscher Str. Hornbach) in Selbsthilfe richteten sich die Turner ihren Turnplatz ein
  • weil in den Wintermonaten im freien nicht geturnt werden konnte, stellte der Wirt der Oberschänke in der Bünaustr. seinen Saal zu Verfügung
  • 1866 kündigte die Gemeinde den Turnplatz
  • Gutsbesitzer Hahn stellte dem Turnverein unentgeltlich ein Stück Feld an der Wittenberger Str. Ecke Salzmannstr. zur Verfügung. Durch freiwillige Arbeit richteten sich die Turner wieder ihren Turnplatz her
  • Weil die Turner sich stark für die politischen Interessen des einfachen Volkes einsetzten genossen sie hohes Ansehen und konnten sich über reichlich Geld u. Sachspenden freuen.
  • 1888: durch Bargeschenke und Stiftungen betrug das Vereinsvermögen 13799,11 Mark
  • die Mitgliederzahl stieg auf 274
  • 10. Nov.1872 Grundsteinlegung zum Bau der Turnhalle
  • 27.Juli 1873 Einweihung(der alten Turnhalle)
  • Die Mitgliederzahlen stiegen ständig an so dass die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten.
  • Deshalb gründete der Verein eine Platzaufkauf-und Hallenbaukommission
  • nach mehrmaligen Bemühen bei der Stadt Leipzig konnte der Turnverein einen Platz an der Wittenberger Straße für einen qm/Preis von 7,-M kaufen (2800qm)
  • der Kaufpreis wurde durch Anteilscheine Finanziert
  • Den Bau der Turnhalle finanzierte die Stadt Leipzig 1. April 1895 – 08.September 1895
  • 1895 Mitgliederzahl 420
  • Der Verein wuchs immer schneller

1905

Gründung des Arbeiterturnvereins Turn- und Sportverein „Vorwärts“ Leipzig Eutritzsch neben dem aus bürgerlichen Mitgliedern und Arbeitern bestehenden Turnvereins Leipzig Eutritzsch. Beide Vereine standen unter unterschiedlichen politischen Einfluss; Konfrontationen im Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse blieben nicht aus. Der Zusammenschluss beider Vereine erfolgte erst nach dem 2.Weltkrieg 1945.

1911-1919

1913 3. Deutscher Turnfest in Leipzig (zu Ehren des Turnfests von 1863, Turnführer Jahn); Das Turnen kurz vor dem 1.Weltkrieg war einerseits das Volksturnen, geprägt durch leichtathletische Disziplinen sowie andererseits das Wettturnen, welches aus Gewichtheben, Weitsprung und Knickstütze mit Schwung (am Barren) bestand. Verstärkte Besterbungen neben dem Turnen auch andere sportliche Übungen wie Leichtathletik und Ballspiele zu betreiben wie Fußball, Faustball, Schleuderball. Man führte auch Turnspiele durch und spielte Trommelball. Deshalb wurde 1919 im Verein eine Sport- und Spielabteilung gegründet und der verein in Turn- und Sport-Verein Leipzig Eutritzsch 1860 umbenannt.

Ende 1922 über 1500 Mitglieder im Verein;

  • 1923 Gründung der Handballabteilung;
  • 1925 Gründung der Hockeyabteilung; Beginn des Punktspielbetriebs, Große Popularität des Vereins in der Eutritzscher Bevölkerung durch zahlreiche Umzüge und Festveranstaltungen. Beteiligung an Kreisturnerfesten; der Vorturner Otto Krause belegte beim Zwölfkampf des 13. Deutschen Turnfest den 5.Platz und was Bester des Gaues Sachsen. Weitere neue Sportarten kamen hinzu: Schlagball, Schwimmen, Kunstspringen, Stockball, Fechten, Rollschuhlauf und ab 1932 Tischtennis sowie Wintersport (Skilauf, Eislauf) Außerdem gab es eine Sängerabteilung, eine dramatische Abteilung, den Spielmannszug, den Frauenchor, ein Blasorchester und ein Streichorchester. Starker Zuwachs der Anzahl von Frauenturnerinnen
  • 1925 erste Turnlehrerin im Verein; nach Pacht (später Kauf) eines Grundstücks an der Delitzscher Str. gegenüber der Gaststätte „Zur Mühle“ Errichtung des Sportplatzes bis 1929 in ca. 60000 Arbeitsstunden Eigenleistung der Vereinsmitglieder; Sportplatzeinweihung am 20.08.1928 mit einem Hauptspielfeld für Fuß- und Feldhandball, einem Faustballfeld, einem Hockeyfeld sowie einer Laufbahn.

1934-1940

Im Februar 1934 findet das erste Hallenhandballspiel Leipzigs in der Turnhalle in Eutritzsch statt, welches eine Tradition begründete: seit 1937 alljährliche Hallenhandballturniere an den drei letzten und den drei ersten Tagen vor/nach dem Jahreswechsel; Nach der Verkündigung der allgemeinen Wehrpflicht zur 75-Jahrfeier 1935: 1333 Vereinsmitglieder; 1935 regelmäßiges Ablegen des SA-Sportabzeichens der über 18-jährigen Turner im Verein; seit 1937 Leichtathletik-Wettkämpfe mit wehrsportlichen Pflichtprogramm. Unter nazistischer Vereinsführung starker Mitgliederrückgang (1937: 678 Mitglieder) bzw. schwacher Besuch der Turnstunden. Erfolge des Vereins neben dem Handball (1940 Sachsenmeister der Jugendmannschaft) im Faustball (1938 5. Platz bei den deutschen Vereinsmeisterschaften), beim Geräteturnen, beim Tischtennis (1940 Sachsenmeistertitel) sowie beim Rollschuhlauf. Älteste Turnerriege mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren.

1943

schwere Beschädigung der Turnhalle durch mehrere Bombeneinschläge; teilweise Verwüstung des Sportplatzes durch einige Bombentrichter

1945-1946

Nach dem historischen Aufruf der KPD vom 11.06.1945 wandte sich ein Kreis kommunistischer Arbeitersportler unter der Leistung von Bruno Blache an die sozialdemokratischen Sportgenossen, gemeinsam eine antifaschistische Volkssportbewegung der Einheit aufzubauen. Somit schlossen sich in Eutritzsch der Turn- und Sportverein Eutritzsch 1860 und der Arbeiter Turn- und Sportverein Vorwärts zusammen. Infolge der Beschädigung der Turnhalle wurde das Turnen in der Ausweichturnstätte, der Turnhalle der 34.Grundschule bestritten. Die Feldhand- und Feldfaustballer spielten auf den Plätzen anderer Vereine der Stadt. Gemeinschaftliche Aufbaueinsätze der Feldhandballer- und Faustballer zum Aufbau des Sportplatzes. Beginn des Übungsbetriebs in der Turnhalle zu Beginn des Jahres 1946 durch die Sektion Turnen und Gymnastik

1947-1949

Anstieg der Vereinsmitglieder sprunghaft bis 1949 auf 879 Mitglieder; Teilnahme an Veranstaltungen im Stadtbezirk, bei Demonstrationen und Festumzügen insbesondere der Gymnastikgruppen der Frauen führten zu weiterer Popularisierung des Vereins bei der Eutritzscher Bevölkerung; Sektion Turnen und Gymnastik war eine der stärksten und aktivsten. Teilnahme an den massengymnastischen Übungen zu Pfingsten 1949 zu Ehren des III. Parlamentes

Punktspielbetrieb der Feldhandballer ab 1947. Ende 1947 gewann die erste Feldhandballmannschaft das traditionelle Eutritzscher Hallenhandballturnier. Bis 1949 im Punktspielbetrieb mit 4 Männer- und 3 Jugendmannschaften. Ständig in den Endspielen um die Ostzonenmeisterschaft; Gewinn der Ostzonenmeisterschaft durch die erste Jugendmannschaft; Jahresendturnier mit 40 Mannschaften

Faustballspiel, meist von Turnern als Ausgleichsport betrieben, mit weniger Zuwachs; Punktspielbetrieb von (nur) zwei Mannschaften

1950

Auf Grund von finanziellen Problemen wurde die Verschmelzung mit einer Betriebssportgemeinschaft angestrebt. Verhandlungen mit dem mitteldeutschen Rundfunk und der Firma Eisen- und Stahl. Der Tradition verpflichtet, soll der Name „Eutritzsch“ im Sportverein in jedem Fall erhalten bleiben. 12.06.1950 Gründung der Arbeitsgemeinschaft Mitteldeutscher Rundfunk – SG Eutritzsch (BSG Rundfunk). Diese scheiterte jedoch. Weitere Suche nach einer BSG mit dem Problem, der unvermeidlichen Aufspaltung des (großen) Vereins, da eine BSG nur maximal 20% Betriebsfremde aufnehmen durfte. Übernahme der Handballer durch die BSG Rotation und Auflösung der Sektion Handball in Eutritzsch. Dort zerfiel die Eutritzscher Handballmannschaft (erster DDR Handballmeister) schnell.

1952-1959

Neuaufbau der Sektion Handball; ab 1953 jährlich Staffelsieger der ersten Handballmannschaft in ihrer jeweiligen Klasse; seit 1958 in der Bezirksliga; zwei Männermannschaften und eine Jugend- und eine Schülermannschaft; 1959 nur geringe Beteiligung des SVE-Handballer am III. Deutschen Turn- und Sportfest; dafür rege Teilnahme der Sportfreunde der Sektion Turnen und Gymnastik bei der Vorbereitung und Durchführung der drei Deutschen Turn- und Sportfeste; großes Wachstum der Abteilung Frauenturnen (Ende 1959: ca. 500 Mitglieder) und Kinderturnen (Ende 1959 ca. 500 Kinder). Dabei großer Anteil (ca. 50%) Hausfrauen, so dass die Übungsprogramme im Wesentlichen nur aus „leichten, volkstümlichen, gymnastischen und turnerischen Übungen“ bestanden.

Faustball seit 1952 mit stetigem Mitgliederzuwachs; bis 1956 eine weitere Männer- und Frauenmannschaft. 1958 DDR-Meister (weibl. Jugend) und Bezirksmeister (Frauen); 1959 Bezirksmeister (Männer) und erfolgreiche Verteidigung des DDR-Meistertitels (weibl. Jugend); Insgesamt nahmen 1959 13 Faustball-Mannschaften an den Punktspielen teil.

1960-1990

Der Verein in der DDR-Zeit; die Chronik der Vereinsgeschichte befindet sich für diesen Zeitraum noch in der Aufarbeitung des zur Verfügung stehenden Quellenmaterials

1993-1996

Rekonstruktion der Sporthalle Wittenberger Str. , deshalb Volleyballtraining in der Sporthalle An der Querbreite 8 Volleyball: 22-28 männlich und 0 weiblich (davon 12 spielberechtigt in der Hobbyliga der Stadt Leipzig (Teilnahme SVE seit 1994)

Vereinsvorsitzender, Sektionsleiter, Spielertrainer: Jens Ziegener; Schatzmeister: Horst Fliegel; Außerdem: Sektion Ballsportarten (16-22 Mitglieder); Sektion Popgymnastik (12-33 Mitglieder); Sektion Kinderturnen; (Tätigkeit wurde 1993/94 infolge der Rekonstruktion eingestellt)

1997-1999

Mitglieder: 15 männlich und 0 weiblich; Vereinsvorsitzender, Sektionsleiter, Spielertrainer: Jens Ziegener; Schatzmeister: Horst Fliegel; Training: Mittwochs 19.00-21.30 Uhr Sporthalle Wittenberger Str. 31; Spielbetrieb: Hobbyliga der Stadt Leipzig und diverse Turniere; Erfolge: 1998: 2. Platz im Endrundenturnier Leistungsklasse A und 1999: 5. von 42 Mannschaften (in der A3, Klassen erstmals leistungsorientiert)

2000-2009

Vereinsvorsitzenderr: Steffen Kurzke; Spielertrainer ab 2006: Steffen Wittig; Schatzmeister: Horst Fliegel; Spielbetrieb: Hobbyliga der Stadt Leipzig und diverse Turniere ; Erfolge:

  • 2001 12. von 54 Mannschaften -> Aufstieg in die A1 5. Platz im Endrunden-turnier Leistungsklasse A
  • 2002 4. von 54 Mannschaften -> Abstieg in die A2
  • 2003 10. von 58 Mannschaften -> Abstieg in die B4
  • 2004: 21. von 63 Mannschaften
  • 2005 23. von 64 Mannschaften -> Abstieg in die B6
  • 2006 34. von 71 Mannschaften -> Aufstieg in die B5
  • 2007 29. von 72 Mannschaften -> Abstieg in die B6; Aufbau der Frauen Mannschaft;
  • 2007 Eröffnung unserer Web-Seite
  • 2008 31. von 73 Mannschaften -> Aufstieg in die A3
  • 2009 Männer:13.von 80 Mannschaften->Aufstieg in die A1

2010

Am 07.11. feierte der Verein sein 150-jähriges Bestehen.

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