Die Eutritscher Sonderfahrt vom Pferderenn-Bahnhof Scheibenholz begann recht feucht, was nicht am Bier lag. Die Fahrgäste beglichen ihre Fahr- und Platzkarten tarifgemäß bei Zugführer Olaf, der dieses Mal hoffnungsvoll mit leeren Packtaschen zum Startbahnhof kam. Gegen Übergabe einer Flasche Bier bekamen alle Zusteigenden ihre Mitfahrtberechtigung, die leider dank aktualisierter sächsischer Regelungen ihre Gültigkeit bereits vorab verloren hatte. Macht nichts, auch die blaue Mauritius war nie als Briefmarke anerkannt.

Nach dem Start erreichte der Regionalexpress gegen 09.55 die 1. Zustiegststelle Luppebrücke an der Gustav-Esche-Str. am Auensee. Einziger Zusteiger und Gastfahrer Peter kam etwas spät, weil er zu Hause seine Packtaschen noch mit Treibstoff füllen musste. Offensichtlich überladen war seine erste Frage am Zustieg, ob Zeit sei für ein schnelles Helles. Laura war froh, bei dieser Gelegenheit ihr Becks los zu werden. Am 2. Zustieg an der Stahmelner Luppebrücke erwartet uns Altpräsident Steffen und hoffte darauf, dass sein neues E-Bike Bewunderung finden würde. Nur, die Akkus waren so gut versteckt, dass keiner es wirklich erkennen konnte.

So ging es in zügiger Fahrt über den geschotterten Luppedamm in Richtung Schkeuditz. Dort scheiterte Senior Manfred an der einzigen Tagesbergwertung, was aber nicht am Anstieg und seiner mangelnden Kondition sondern daran lag, dass er einfach hinten platt war.  So war der weitere Zwischenhalt in der Werkstatt von Senior-Lokschlosser Uhri gut geplant. Während sich Manfred dort die Finger schmutzig machte, um sein Hinterrad wieder zu ertüchtigen, konnten die restlichen Fahrgäste sich die Kehlen befeuchten.

Nach Auffüllen der Wasservorräte bewegte sich Express in störungsfreier Fahrt nach Norden in Richtung NSG Grabschützer See. Nach weiteren 15 km Fahrt war bei zwischenzeitlich ausgebliebenem Regen der knächste  Servicehalt am “Am Schaufelrad” schnell erreicht. Dort erwartete uns Senior-Zugkellner Horst, der seinen Speisevolkswagen ausräumte, um uns mit Bier und Holzkohle die Voraussetzungen für eine eingeschränkte Mittagsversorgung zu schaffen. Dank Gasbrenner war die Holzkohle schnell erglüht, so konnten Fleisch und Würste schnell gahren. Nach Ergänzung der eigenen Brennstoffvorräte umrundeten wir den Zwochauer und Werbelliner See, ließen dann aber den Schladitzer See links liegen, um möglichst zügig zum Zielbahnhof Lindenthal “Am alten Flugfeld” zu gelangen. Dieser war coronabedingt nur auf wenig befahrenen Nebengleisen “hinten herum” zu erreichen ist. Die MITROPA-Bahnhofsgaststätte hatte ihren Freisitz trotzdem geöffnet und erwartet die Fahrgäste mit einem eingeschränkten Getränke- und Speisenangebot. Claudia, die Gattin des Bahnhofsvorstandes begrüßte die ankommenden Reisenden mit einem frischen Kaffee, der gern genommen wurde. Später nutzte Zielgastgeber Peter die Restkohle im Tender, um nochmals den Grill zu befeuern. Den Würsten und den Gästen bekam dies gut. Trotz prophezeitem Ganztagsregen waren am Ende des Tages nur die Kehlen feucht. Es war wieder ein gelungener Tag und denkt daran, nach Himmelfahrt ist vor Himmelfart!

Euer Tourguide

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