Am 23.10. waren wir zu Gast im Land der Teletubbies. Zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Großteil der Bevölkerung vor die Flimmerkiste begeben war es an uns unsern eigenen Blockbuster zu drehen… oder eben auch nicht. Bereits zum Einspielen zeigte sich, dass der ein oder andere, gebeutelt vom vorangegangenen Arbeitstag, doch lieber die heimische Couch besetzen würde statt ein Ballgefecht gegen Dipsy und Po zu führen. Nichtsdestotrotz stellten wir uns nach dem Einschlagen dem Kräftemessen.

Leider zeigte sich relativ schnell, dass wir nicht in der besten Form waren. So glich unser Spiel eher einer Schachpartie mit gelegentlich in Richtung Ball umfallenden Bahnschranken. Ob es an der Uhrzeit, der Motivation, der Halle oder vielleicht am fehlenden Kaffee lag kann im Nachhinein nicht mehr genau festgestellt werden, zumal ich jegliche Erinnerung an die ersten zwei Sätze verdrängt habe.

Aber apropos Kaffee: wusstet Ihr, dass dieses schwarze Lebenselixier bereits im  9. Jahrhundert auf den Hochplateaus Äthiopiens entdeckt wurde. So soll ein Hirte festgestellt haben, dass einige Ziegen seiner Herde die roten Früchte von einem Kaffeepflanzen-Strauch gefressen hatten und daraufhin voller Energie die ganze Nacht wie wild auf der weiden Flur umhersprangen. Selbst der Erzengel Gabriel soll den Prophet Mohammed eine Kanne der belebenden schwarzen Materie gereicht haben, nach dessen Verzehr dieser frohlockte und den ganzen Tag tanzte. Nun gut, ich schweife ab, was ich damit sagen wollte, zu Beginn des Spieles waren wir zu träge und mussten die ersten zwei Sätze abgeben, was eine Tasse Kaffee für jeden vielleicht verhindert hätte…oder auch nicht.

Leicht frustriert sammelten wir uns für die Besprechung vor dem 3. Satz. Micha in seiner Funktion als Kapitän schlug vor das bis dato angewandte Mikado-Hallen-Halma-Konzept durch ein neues zu ersetzen um wohlmöglich noch den Sieg zu erringen. Das Konzept welches er vorstellte sah es im Wesentlichen vor, herannahende Bälle nicht direkt auf den Boden fallen zu lassen, sondern diese mit den Händen an einen bestimmten Spieler weiterzuleiten. Dieser sogenannte „Zuspieler“ sollte dann den erhaltenen Ball nach Möglichkeit in die unmittelbar nähe der oberen Netzkannte auf der eigenen Spielfeldseite platzieren. Dies sollte zum Zwecke haben, dass weitere Mitspieler (die sog. Angreifer) denn Ball mittels der flachen Hand mit einem energiereichen Stoß versehen um diesen über das Netz zu befördern. Dabei solle der Ball, nach Möglichkeit ungehindert, innerhalb eines mit einer blauen Linie markierten Bereiches auf der gegnerischen Seite den Boden berühren. Sollte dies nicht durchführbar sein, so sollte das Konzept von neuen begonnen werden, so Micha. Der mittlerweile eingetroffen Olaf ergänzte die gegebenen Ausführungen mit dem Hinweis, dass es nicht zwangsläufig notwendig sei den Boden zu treffen, wenn man stattessen das Gesicht eines gegnerischen Mitspielers zum Ziel hätte.

Dieses neuartige Konzept hatte zunächst für einige Verwunderung innerhalb der Mannschaft gesorgt, jedoch war man sich einig auf die gegebene Erfahrung vertrauen zu können und setzte es innerhalb des 3. Satzes um. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den innovativen Handlungsabläufen konnten erste Punktegutschriften auf unserm Konto verzeichnet werden. Dies motivierte das Team und den Einzelnen, sodass eine zunehmende Agilität auf unserer Seite des Spielfeldes zu erkennen war. Dieser Umstand irritiert Po und Co – welche sich des Sieges vermutlich schon sicher waren – derartig, dass Sie immer seltener in der Lage waren den Ball vom Boden ihrer Spielseite fernzuhalten. In der Konsequenz zeigte die Punktaufaddierungseinrichtung beim Pfiff des Unparteiischen 8:25, wobei die größere Summe zu unseren Gunsten verbucht wurde. So begab es sich, dass das Kräftemessen in eine weitere Runde ging.

Auf den Erfolg des neuen Konzeptes geeint, versprach sich die Mannschaft dies beizubehalten, ebenso wie die Konzentration und Agilität. Noch stärker Motiviert traten wir so den 4. Satz an. Es zeigte sich zunächst, dass unsere Gegner gewisse Teile unseres Konzeptes für sich adaptiert hatten wodurch diese ebenfalls einige Zähler gewinnen konnten. Glücklicherweise erweiterten und optimierten Spieler unserer Mannschaft das Konzept in vielen unterschiedlichen Aspekten, um die Oberhand zu erhalten. So entsann sich beispielsweise Kevin an den Hinweis von Olaf. In der Manier eines Tribocks holte er zum Schlag aus und beförderte den Ball mit nicht unerheblicher Kraft direkt auf den Brustkorb eines Gegners und verfehlte so sein Ziel nur geringfügig (nichts was mit ein bisschen Übung nicht behoben werden könne). Ebenso stellten die Angreifer, welche sich periodisch wechselnd in der Mitte und unmittelbar vor dem Netz befanden fest, dass dieses allem Anschein nach lediglich in einer Höhe von 2,37m aufgehangen war. Dies nutzten Sie aus, um den Ball, ähnlich wie Artillerie-Granaten, unmittelbar hinter das Netz in einem eigens makierten Bereich mit einer Breite von ca. 3m einschlagen zu lassen. Die geringe Netzhöhe ermöglichte ebenfalls Aktionen bei denen die Spieler die Handflächen über die Netzkannte strecken umso zu verhindern, dass der Ball auf unserer Spielfeldseite gelankte. Selbst Spieler wie meine Wenigkeit war es so vergönnt, auch ohne Hitsche, in eins-zwei Situationen denn gegnerischen Ball-Übertritt zu verhindern. Selbst wenn der besagte Feldwechsel des Balles nicht verhindert werden konnte so konnte jedoch relativ häufig der Kontakt zwischen Boden und Ball auf unserer Seite unterbunden werden, nicht zuletzt durch einen Spieler der auf den eigenwilligen Namen „Libero“ hört. In der Konsequenz konnten wir so auch den 4. Setz mit einem gewissen Punktüberschuss für uns entscheiden (17:25).

So ging es in den finalen letzten Satz welcher durch zwei Angaben-Serien, mit nur schwer aufzuhaltenen Ball-Projektilen, unserer Mitspieler dominiert wurde. Sichtlich eingeschüchtert und vermutlich ebenso erschöpft boten Tinky-Winky, Dipsy , Laa-Laa und Po nur noch geringe Gegenwehr. Bei einem Stand von 5:14 holte Kevin zum vermeintlich letzten Schlag des Spieles aus, um den Ball ins Spiel zu bringen. Zu unser Verwunderung platzierte er diesen mit viel Kraft direkt in unserer Seite des Netzes, sodass er zu Boden ging. (In diesem Zusammenhang habe ich mir sagen lassen, dass es wohl üblich sei, einen derartigen Missstand mit der Kredenzung von Hopfen-Kaltschalen zu bereinigen.) Allerdings konnten wir im Verlauf noch einen weiteren Punkt erringen. Schlussendlich konnten wir so erneut als erster genügend Zähler aufaddieren, sodass der Unparteiische das das Spiel beendete und mit 7:15 zu unseren Gunsten entschied.

Es war mir ein inneres Blumenflücken mit euch diesen Sieg im Land der Teletubbies errungen zu haben, aber das nächste Mal bitte in drei Sätzen… und mit Kaffee!

Es Grüßt euch der Dogi

 

 

Ps: Wer Fehler findet darf diese gerne behalten.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.