Nach ca. 5,5 stündiger Fahrt bis an die deutsche Küste, an der das Wasser wirklich immer „da“ ist, hinüber über die beeindruckende Fehmarn-Sundbrücke erreichten wir zwischen blühenden Rapsfeldern flankiert von Krüppelweiden mit dem Hintergrund der himmelblauen Ostsee die Unterkunft. Am KDL wurden wir weder nach Dienststand, Ausweis noch nach sonstigen Urdeutschen Gepflogenheiten empfangen sondern in einem so freundlichen Norddeutsch, dass wir (nach den schlechten Witzen, die wir während der Anfahrt über die Sachsen im NDR o.ä. empfangen hatten) ganz entspannt und mit gewissen Stolz das extra für uns geöffnete Gittertor und die Schranke passierten. Nein, wir mussten nicht den auf diesem einsamen Inselzipfel vorhandenen kleinen und ständig überfüllten Parkplatz nutzen, wir waren als Kasernenschläfer privilegiert.

Also rein mit Wohlbehagen in die Kaserne. Wer hätte dies vor 25…30 Jahren gedacht… diese Station war zu Vorwendezeiten eine DER Aushorchposten gen Osten. Und anfangs war`s (zumindest für den Schreiberling) schon komisch… Wir, sicher umzäunt, Kasernencharme aus den 70gern, Wachposten (jedoch ohne sichtbare Waffe); da kamen so manche mehr oder weniger erbauliche Erinnerungen aus einer Zeit vor 36 Jahren auf…Alarm; Schildkröte auf`n Flur, Bandmaß, Päckchen packen usw. (man(n) erinnert sich)…Heute empfängt uns jedoch freundlich das vor der Windschutzverglasung der Terrasse angebrachte Eutritzsch-Banner- wir sind für 3 Tage zu Hause. Welch ein Empfang. Die bereits am Donnerstag angereisten „Truppenteile“ hatten eingekauft und gekocht, so dass es an Nichts fehlte. Danke.

Durfte ja auch nicht, denn am nächten frühen Morgen stand die erste Trainingseinheit auf dem Plan – das Hochseeangeln. Nicht etwa mit einem Volleyballnetz. Das wäre doch wohl zu simpel und nicht fischgerecht. Aufstehen vor Sonnenaufgang, Hafen- und Schiffsuchen im Halbdunkeln bei Regenwetter und (zumindest) halbstarken Böen ließen nicht nur Gutes erwarten. HOCHSEEANGELN, die Königssportkunst an der Küste nach dem (BEACH)-VOLLEYBALL… Wir 18 Eutritzscher also rein in den Kahn, nachdem wir diesen gefunden hatten. Der war gefüllt mit ca. 50 (gefühlt 100) im Wesentlichen sehr ambitionierten Hobbyanglern unterschiedlichster Mundarten. Auch Landsleute waren zugegen… Nachdem Stefan Laura das Frühstück fast weggegessen hatte, sollte es dann los gehen mit dem Angeln. Die See war noch ruhig, wir auch. Nur die Liberöse war permanent aufgeregt wegen des anstehenden Fischzuges. Nach Position an Deck und entsprechendem Startsignal vom Käpt`n schnappte sich Julian als allererster (vor allen Angel(Halb)profis) die fetten Dorsche weg und diese in unseren Eimer (Hallo 2 Dorsche)!!!!!!!!! Na das wird ja ein fischreicher Ausflug. Pustekuchen. Insgesamt lange 8 Stunden an Bord und für Eutritzsch nur 9 Dorsche (Statistik: Julian+Mischa 3, Andre, Uhri und (?) einen). Unser Angelhalbprofi Phillip meinte am Ende, noch nie eine so magere Ausbeute gemacht zu haben. Nun gut. Die Fische wurden Dank der immer mehr aufgewühlten See von so manchen Eutritzscher Landbewohner mehrfach gut gefüttert. Ich denke, für die Meeresbewohner war die Rufe in die See ein angemessener Ausgleich für den Fang bzw. für die Angler guter zusätzlicher Köter. Und dann waren da noch der von der Angel springende Riesendorsch von der alten Liberöse (diese war (alters- und verletzungsbedingt) nicht auf der Höhe und zu langsam im Reinholen der Beute), die abgebrochene Angel von Julian sowie der Lauraschenkel beißende Angler… alles in allem ein Erlebnis der Sondergüte. Auf diverse Foto- und Filmaufnahmen wird verwiesen.

Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück teilten sich am Pfingstsonntag die Eutritzscher in verschiedene Disziplinen auf. Da waren die (Mini)Golfspieler, die Beacher, die Tourenradler, die Ostseebader, die Wanderer, die Crossläufer u.a. diverse mehr oder weniger sportliche Aktivitäten bei herrlichstem Ostseewetter. Es ist ja auch eine Insel voller Überraschungen, voller Möglichkeiten. Am Abend gab es dann als Lohn die frisch und gemeinsam bereitete Fischsuppe vom Dosch und Fisch vom Grill sowie für die Nicht-Fisch-Fraktion entsprechende Fleischzubereitungen. Neben Abend- bzw. Mondscheinwanderungen an der Steilküste bzw. dem weitestgehend einsamen Naturstrand standen ausgiebige (kurzzeitig auch gemischte) Saunagänge in der Quartierssauna sowie diverse Gesellschaftsspiele an.

Leider war für Pfingstmontag bereits vorab die Abreise vereinbart worden. Schade. Damit stand nach dem wiederum gemeinsamen Frühstück die REVIER- und STUBENREINIGUNG für alle an. Doch auch diese wurde (hoffentlich mangelfrei?) bewältigt.

Das 1. Trainingslager der Eutritzscher Männer und Frauen war Geschichte. Ein großes DANKE an Phillip für die Organisation!!!!!!!!!! Ich denke, wir kommen gerne wieder, insofern wir dürfen…

Bilder vom Ausflug findet ihr hier!

De alte Liberöse

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